Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und sich der erste Frost ankündigt, ist es höchste Zeit, Deinen Garten auf den Winter vorzubereiten. Ein gut winterfest gemachter Garten spart Dir im Frühjahr viel Arbeit, schützt Deine Pflanzen und sorgt dafür, dass Du Dich auch in der kalten Jahreszeit an einem gepflegten Anblick erfreuen kannst. In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie Du Deinen Garten Schritt für Schritt winterfest machst – von Beeten über Rasen bis hin zu Kübelpflanzen und Gartenmöbeln.

Warum den Garten winterfest machen?
Vielleicht fragst Du Dich, warum der Aufwand überhaupt nötig ist. Schließlich geht die Natur auch ohne Dein Zutun in den Wintermodus. Aber: Viele Gartenpflanzen, die wir heute kultivieren, sind empfindlicher als heimische Wildarten. Außerdem sorgen einige Handgriffe dafür, dass Deine Pflanzen gesund überwintern, Schädlinge weniger Chancen haben und der Garten im Frühling nicht verwildert aussieht.
Ein winterfest gemachter Garten bedeutet: weniger Schäden durch Frost, mehr gesunde Pflanzen im Frühjahr und ein insgesamt gepflegtes Bild.
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Schritt 1: Aufräumen, aber nicht zu gründlich
Im Herbst sammeln sich viele Blätter, abgestorbene Stängel und verwelkte Pflanzenteile im Garten. Du solltest diese zwar wegräumen, aber nicht alles kahl machen.
- Blätter auf dem Rasen entfernen: Liegengebliebenes Laub verhindert, dass der Rasen atmen kann, und fördert Moos und Fäulnis. Sammle es regelmäßig ab.
- Blätter im Beet nutzen: In Beeten und unter Sträuchern darf das Laub hingegen liegen bleiben – es schützt den Boden vor Frost und dient Igeln und Insekten als Unterschlupf.
- Stauden nicht komplett zurückschneiden: Viele Stauden kannst Du bis zum Frühjahr stehen lassen. Ihre trockenen Stängel bieten Insekten Schutz, und manche tragen schöne Samenstände, die auch im Winter dekorativ wirken.

Schritt 2: Rasen pflegen und vorbereiten
Der Rasen braucht vor dem Winter noch einmal Aufmerksamkeit:
- Letzter Schnitt: Mähe Deinen Rasen ein letztes Mal, aber nicht zu kurz. Etwa 4–5 cm sind ideal, damit die Gräser nicht faulen und trotzdem robust durch den Winter kommen.
- Vertikutieren und Düngen: Im Herbst kannst Du leicht vertikutieren, um Moos und Filz zu entfernen. Danach empfiehlt sich ein spezieller Herbstdünger mit wenig Stickstoff und viel Kalium, damit die Gräser frosthärter werden.
So bleibt Dein Rasen im Frühjahr kräftig und grün.
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Schritt 3: Beete vorbereiten
Damit Deine Beete den Winter gut überstehen:
- Einjährige Pflanzen entfernen: Sommerblumen wie Petunien oder Tagetes kannst Du jetzt aus den Beeten ziehen und auf den Kompost geben.
- Mehrjährige Pflanzen abdecken: Empfindliche Stauden oder Rosen solltest Du mit einer Schicht aus Laub, Tannenzweigen oder Rindenmulch schützen.
- Gemüsebeete abräumen: Ernte die letzten Tomaten, Paprika oder Zucchini. Kohl, Feldsalat oder Lauch dürfen im Beet bleiben, da sie kälteunempfindlich sind.
Tipp: Pflanze im Herbst noch Knoblauch oder Winterzwiebeln – sie wachsen bereits an, überstehen den Frost und liefern Dir im nächsten Jahr eine frühe Ernte.
Schritt 4: Kübelpflanzen einwintern
Besonders wichtig ist der richtige Schutz für Pflanzen im Topf oder Kübel, da ihre Wurzeln weniger gut isoliert sind:
- Frostempfindliche Arten ins Winterquartier: Mediterrane Pflanzen wie Oliven, Zitruspflanzen oder Bougainvillea sollten in ein helles, kühles, frostfreies Winterquartier umziehen.
- Winterharte Kübelpflanzen draußen schützen: Stelle sie dicht an eine Hauswand, wickle die Töpfe mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie ein und lege isolierende Platten oder Holz unter die Gefäße, damit sie nicht direkt auf kaltem Boden stehen.
Achte darauf, dass Du Kübelpflanzen im Winter ab und zu gießt – die Erde darf nicht völlig austrocknen.
Kategorie Garten & Freizeit
Schritt 5: Sträucher und Bäume schützen
Auch größere Pflanzen brauchen manchmal Deine Hilfe:
- Junge Bäume schützen: Stämme von jungen Obstbäumen kannst Du mit einem weißen Kalkanstrich versehen. Er verhindert Frostrisse durch Temperaturschwankungen.
- Immergrüne Gehölze gießen: Pflanzen wie Rhododendron oder Kirschlorbeer verdunsten auch im Winter Wasser. Wenn es längere Zeit frostfrei ist, solltest Du sie gießen, damit sie nicht vertrocknen.
- Rosen anhäufeln: Bei Beet- oder Strauchrosen ist es sinnvoll, die Basis mit Erde oder Kompost anzuhäufeln und zusätzlich mit Tannenzweigen abzudecken.
Schritt 6: Gartenteich und Wasserstellen sichern
Hast Du einen Teich im Garten, solltest Du ihn ebenfalls auf den Winter vorbereiten:
- Entferne herabgefallenes Laub, sonst zersetzt es sich und bildet Faulschlamm.
- Stelle eine Teichpumpe frostfrei unter oder schalte sie ab.
- Lege einen Eisfreihalter ins Wasser, damit Gase entweichen können und Fische sowie andere Lebewesen genug Sauerstoff haben.

Schritt 7: Gartenmöbel, Geräte und Deko einwintern
Auch Deine Ausstattung will gepflegt werden:
- Möbel reinigen und einlagern: Holz- und Metallmöbel solltest Du reinigen und möglichst trocken unterstellen. Kunststoffmöbel können draußen bleiben, halten aber länger, wenn Du sie abdeckst.
- Geräte pflegen: Säubere Gartenwerkzeuge, öle sie ein und lagere sie trocken. Den Rasenmäher solltest Du entleeren und bei Benzinmodellen den Tank leeren.
- Bewässerung entleeren: Schläuche, Regentonnen und Bewässerungssysteme sollten entleert werden, damit sie nicht durch Frost beschädigt werden.
Schritt 8: Tiere im Garten unterstützen
Ein winterfester Garten ist auch ein tierfreundlicher Garten. Wenn Du nicht alles perfekt aufräumst, hilfst Du damit Vögeln, Igeln und Insekten:
- Lass in einer Ecke Laub und Reisig liegen, damit Igel dort Unterschlupf finden.
- Stelle Vogelhäuser oder Futterstellen auf – besonders wichtig, wenn es längere Frostperioden gibt.
- Insektenhotels oder hohle Staudenstängel sind ideal für Wildbienen und andere Nützlinge.
So trägst Du dazu bei, dass Dein Garten im Frühjahr voller Leben ist.

Schritt 9: Winterblüher und Dekoration
Nur weil es Winter ist, muss Dein Garten nicht trist wirken. Pflanze winterharte Schönheiten wie Christrosen, Winterjasmin oder Schneeglöckchen. Auch farbige Zweige von Hartriegel oder Ziergräser bringen Struktur und Farbe in die kalte Jahreszeit.
Ein paar schöne Lichterketten oder Laternen setzen zudem stimmungsvolle Akzente und machen Deinen winterfesten Garten gemütlich.

Fazit: Mit ein wenig Mühe durch den Winter
Deinen Garten winterfest zu machen bedeutet nicht, alles kahl und steril zu hinterlassen. Im Gegenteil: Mit den richtigen Handgriffen schützt Du Deine Pflanzen, schaffst Lebensräume für Tiere und sorgst dafür, dass Dein Garten im Frühjahr gesund und voller Leben erwacht.
Wenn Du rechtzeitig damit beginnst, bist Du bestens vorbereitet und kannst die kalte Jahreszeit entspannt genießen – vielleicht bei einem heißen Tee, während draußen die ersten Schneeflocken auf Deinen gepflegten, winterfesten Garten fallen.